
![]() | Würde SPD-Chef Sigmar Gabriel sein Erbgut sequenzieren lassen und wie steht er zur Präimplantationsdiagnostik?19.02.2011, 13:03 Uhr |
Wir hatten gestern die Gelegenheit, ihn das persönlich zu fragen. Im Rahmen des Wahlkampfes zur Landtagswahl besuchte Sigmar Gabriel die Stadt Konstanz und nutzte den Vormittag, um sich bei GATC, dem Konstanzer Vorzeigeunternehmen (laut Südkurier) über Biotechnologie im Allgemeinen und Genomanalyse im Speziellen zu informieren. Auch wollte er wissen, was wir denn so von der Politik erwarten.
Um eine wichtige Frage gleich vorweg zu nehmen: Offenbarte Siggi’s Besuch die politische Gesinnung der Firmeninhaber? Nein. Denn als gebürtige Österreicher dürfen Thomas und Peter Pohl am 27. März auch gar nicht wählen. Warum wir ihn dann reingelassen haben? Weil er gefragt hat. Und - hey - wann hat man schon mal einen Parteichef zu Besuch?
Zugegeben, er hat bereits vor seinem Besuch für einigen internen Wirbel gesorgt. Vielleicht sogar für einen kleinen Tornado der Stärke T0 bis T1 auf der Torro-Skala. Bereits Tage zuvor haben wir sinniert und diskutiert, auf welche Fragen wir gerne eine Antwort hätten. Lieber Herr Gabriel, Sie haben den politischen Diskurs im Vorfeld ganz schön angeheizt – das dürfen Sie als stabilen Erfolg Ihres Besuches verbuchen. Und noch etwas: Ihre unkomplizierte, bodenständige und herzliche Art brachte Ihnen etliche Sympathien ein.
Einen Faux-Pas leistete er sich dennoch. Mit dem charmanten Hinweis, er sähe bereits aus wie eine und wolle daher keine, lehnte er unsere leckeren Butterbrezeln ab. Ob Sie’s glauben oder nicht, lieber Herr Gabriel, die Brezeln waren durch und durch Bio ganz ohne -tech. Und, nein, Sie sehen nicht so aus.
Mit unseren offenen Fragen gaben wir ihm die Gelegenheit, seine Antworten in epischer Länge zu formulieren. Ganz Profi, flocht er dabei geschickt seine Ansichten zu Mindestlohn, Frauenquote, Finanzmarktregulierung oder die Bedeutung der Gewerkschaften für Tarifverträge ein. Dadurch wurde die Zeit zu knapp, um etliche weitere Fragen zu stellen und einige Mitarbeiter waren sichtlich enttäuscht.
Meine „Lesson learned" für Ihren nächsten Besuch, lieber Herr Gabriel: Sie kriegen eine 3-Minuten-Eieruhr als Zeitwächter auf den Tisch und wir im Gegenzug Antworten auf alle unsere Fragen.
Einverstanden?
Herzlichst,
Elke Decker
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